psychische probleme -
wie kann ich helfen?

WIE KANN ICH ANDEREN MENSCHEN BEI PSYCHISCHEN PROBLEMEM HELFEN?

Wenn in der Familie oder im Freundeskreis jemand psychische Probleme hat, weiß man oft erst nicht wie man sich verhalten soll. Schnell fühlen wir uns überfordert. Wir möchten helfen. Aber das ist oft nicht so einfach. Hier findest Du ein paar Tipps, die Dir vielleicht helfen können. Hilfe für (junge) Angehörige:

Setz Deine eigenen Grenzen

Dieser Rat wundert Dich vielleicht. Aber wenn jemand aus der Familie oder ein Freund oder eine Freundin an einer psychischen Erkrankung leidet, findet man sich oft in schwierigen Situationen wieder. Man möchte für den Menschen da sein und ihn unterstützen. Das kann schnell zu Unsicherheit, Frust oder auch Wut führen. Und das ist okay. Aber es kann Dir auch zeigen, dass Du Dich vielleicht überfordert fühlst. Deswegen ist es wichtig, dass Du auf Dich selbst Acht gibst und Deine eigene Grenze ziehst.

LYS-Redakteurin Antonia hat dazu eine kleine Entscheidungshilfe entworfen:

gezeichnete Grafik zum Selbsttest

Lass darüber reden

Wenn Du Dir ernsthafte Sorgen um jemanden machst, hilft nur ein offenes Gespräch. Am besten an einem ruhigen Ort, wo ihr ungestört ohne Zuhörer sprechen könnt. Nimm dir Zeit und teil ihm/ihr Deine Sorgen offen und ehrlich mit. Auch wenn es schwerfällt. Wichtig: Wenn jemand ernsthafte psychische Probleme hat, kannst Du ihm alleine nicht helfen. Mach auf Hilfsangebote und erste Anlaufstellen aufmerksam.

Du musst nicht die ganze Last tragen

Auch Du hast Recht ein Recht auf Unterstützung. Du kannst mit FreundInnen oder Deiner Familie reden. Manchmal hilft es auch, mit Außenstehenden zu sprechen. Wenn Du Dich überfordert fühlst oder merkst Du brauchst jemanden zum Reden, nimm Hilfsangebote in Anspruch. Nur wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du anderen helfen.

Hier haben wir einige Hilfsangebote und Beratungsstellen, an die Du Dich wenden kannst aufgelistet.

Du bist nicht alleine!

Ganz wichtig – Du bist nicht alleine! Wenn Du mit anderen Menschen sprichst, die jemanden mit psychischen Problemen in ihrem näheren Umfeld haben, wirst du schnell merken, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Tausch dich aus!

Hier findest du zwei Artikel, von Angehörigen, die über ihre Erfahrungen sprechen:

Redakteurin Antonia erzählt von ihrer psychisch erkrankten Mutter – und wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu beachten / nicht über die eigenen Grenzen zu gehen. Kann ich „Nein“ sagen? Hier findet ihr den vollen Artikel: Wenn „Ja“-Sagen krankmacht

Auch Lukas hat Erfahrungen als Angehöriger und gleichzeitig Betroffener gemacht und schreibt über die Schwierigkeit Grenzen zu ziehen und diese auch kommunizieren zu können. Den Artikel „Blurred Lines – wenn Grenzzeihung zum Problem wird“ könnt ihr hier nachlesen.

Informier Dich über psychische Probleme!

Psychische Erkrankungen sind oft nicht leicht zu verstehen. Vielen Menschen sehen die Erkrankung von außen nicht an. Auf unserem Blog findet ihr Erfahrungsberichte von Angehörigen und Betroffenen, die euch helfen können Betroffene besser zu verstehen. Außerdem erklären wir einige der häufigsten psychischen Erkrankungen: Depression, Angststörung, Borderline-Persönlichkeitsstörung und Psychose. Das ist jedoch nur eine Auswahl – eine Übersicht zu psychischen Erkrankungen findet ihr hier.

Hab Geduld!

Ja, das ist oft nicht einfach, meistens sogar verdammt schwer. Doch nimm dir zu Herzen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen die Welt oft ganz anders erleben. Schon morgens aus dem Bett zu kommen, kann für jemand mit Depression, eine scheinbar unüberwindbare Aufgabe sein.

Schraub Deine Erwartungen runter.

Auch wenn sich Betroffene große Mühe geben alles in den Griff zu bekommen, kann es dauern bis Veränderungen sichtbar werden. Auf Kritik oder auch gut gemeinte Ratschläge reagieren viele Menschen in solchen Situationen sehr sensibel. Manchmal kann auch Zuhören und Verständnis, genauso wenig ausrichten wie Kritik und Vorwürfe. Das ist schwierig zu akzeptieren. Aber es hat nichts mit Dir zu tun. – Versuch geduldig und optimistisch zu bleiben. Es lohnt sich.

Don’t be wierd (sei nicht komisch)

Auch das ist einfacher gesagt als getan. Aber versucht wann immer es möglich ist, etwas zu unternehmen woran ihr beide Spaß habt: ein Spaziergang im Wald ist, gutes Essen oder einfach eine Serie zusammengucken.

Wir glauben, dass es wichtig ist sich über die Psyche und psychische Erkrankungen zu sprechen und sich auszutauschen. Das betrifft nicht nur psychische Erkrankungen oder Psychotherapie, eigentlich sollte jede und jeder offen sagen können wenn es einem schlecht geht. Denn sich mal “scheiße” zu fühlen passiert uns allen – aber das macht uns nicht zu einem schlechteren Menschen, sondern einfach nur menschlich. Dafür braucht sich niemand schämen. 

Auf unserem Blog findest Du unterschiedliche Artikel und Erfahrungsberichte von Angehörigen und Betroffenen. Vielleicht findest Du Dich selbst in einigen Beiträgen wieder oder du entwickelst ein besseres Verständnis für Betroffene. Berichte uns gerne von Deinem Eindruck und schreib‘s in die Kommentare oder send uns eine Mail an: redaktion@locating-your-soul.de. Wir antworten Dir gerne!

HILFE & BERATUNG FÜR ANGEHÖRIGE

E-Mail Beratung des Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen

seelefon@psychiatrie.de
Eine erste Antwort erfolgt wochentags (meist) innerhalb von 48 Stunden.

Jugendnotmail

www.jugendnotmail.com
Einzel-Online-Beratung, Themenchat und Forum für Kinder und Jugendliche.

Selbsthilfegruppen

Eine umfangreiche Liste von Selbsthilfegruppen findest du hier:
www.bapk.de/angebote/selbsthilfenetz-psychiatrie/suche.de

SeeleFon des Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen ​

0228 – 71 00 24 24
Montag-Donnerstag von 10:00-12:00 Uhr & 14:00-16:00 Uhr, Freitags von 10:00-12:00 Uhr & 14:00-18:00 Uhr

Nummer gegen Kummer
Kinder- und Jugendtelefon

116 111
Montags bis Samstags 14:00-20:00 Uhr (kostenlose telefonische Beratung).