Für meine Eltern

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Ich hatte lange das Gefühl,

Eure Emotionen sind kühl,

Dass ihr nicht da gewesen seid

Wart ihr damals schon bereit

die Verantwortung zu übernehmen?

Wir Kinder lebten in Extremen

Extrem allein

Extrem unverstanden

Extrem klein

Und extrem in Gedanken,

Ich hatte das Gefühl zwischen mir und euch wuchs die Distanz

Ein anderer Rhythmus, ein anderer Tanz.

Dann hab ich gelernt ein Mensch zu werden 

Mit all meinen Fehlern und Lebensbeschwerden.

Ihr saht mich nur von außen erwachsen

Und tratet euch gegenseitig in die Haxen,

Bei dem Versuch mich zu erreichen,

Ich versuchte dem aber auszuweichen.

Es fiel mir schwer zu akzeptieren, 

Dass wir uns immer weiter verlieren.

Die Herzensverbindung zwischen uns war gerissen,

Manchmal tat ich die Liebe meiner Eltern vermissen.

Doch ihr gabt mir schon lange nicht mehr, was ich braucht‘.

Das tat weh, doch so merkte ich auch,

Ich wurde immer mehr autark,

Kämpfte jeden Tag, dass ich mich mag,

Mich für meine Bedürfnisse einzusetzen,

Auch wenn mich die Kontakte zu euch, oftmals verletzten.

Die Nähe zu euch, nach der ich mich manchmal sehnte,

Den Verlust spürte ich in jeder Vene.

Ich bekam es nicht wieder, dieses Gefühl

Und ich wusste auch gar nicht, ob ich das will.

Ihr habt mich zu lange alleine gelassen,

Dass ich es respektlos von euch finde, 

meine Gefühle anfassen 

Versuchen zu wollen.

Die Wunde war eitrig und geschwollen.

Ich musste die Erkenntnis erst noch verstehen

Und lernen damit umzugehen.

Denn seit ich weg war, schien das Familienleben zu funktionieren,

Ihr schient neue Lebensqualitäten zu kreieren.

Ich hatte das Gefühl, bei euch hab ich keinen Platz mehr,

Das zu Akzeptieren fiel mir schwer.

Doch ich arbeitete die Dunkelheit auf,

Ihr nicht und nahmt’ dabei in Kauf,

Dass ich mich immer weiter entfernte,

Weil ich ja damit umzugehen lernte.

Und für mich war es unangenehm zu sehen,

Wie ihr immer noch auf der Stelle tut stehen.

Ich haderte damit, ob ich euch das jemals sage,

Ob ich das wollte, ist hier die Frage.

Vielleicht, wenn die Wunde nicht mehr so geschwollen ist,

Wäre es nur fair, wenn ihr das wisst…

War es ein Abschied oder eine neuer Beginn,

Aber erstmal kriegte ich das Leben auch ohne euch hin.

Ich entschied mich nach einer Pause in den Kontakt zu gehen,

Um auch eure Sichtweise zu sehen

Und so kam ich zu dem Entschluss,

Dass sich etwas ändern muss.

Ihr konntet die Verantwortung zwar nicht tragen

Ihr stelltet generell sehr wenig Fragen

Und so hab ich die Verantwortung übernommen,

Und ich hab das Gefühl langsam anzukommen 

Und so bin ich manchmal wütend auf euch und das ist ok,

Denn euer Verhalten tut mir 

manchmal weh.

Manche Sachen sind halt schlimm,

Doch jetzt möchte ich euch sagen, wofür ich dankbar bin:

Ihr habt mir ein Haus gebaut,

Schutz gegeben, Sicherheit,

Ihr gabt mir die Chance Kind zu sein.

Mit euch als Eltern war ich gerne klein.

Ihr setztet Grenzen und doch war ich frei,

Als Kind außen vor und doch mit dabei.

Mit euch an der Hand fühlte ich mich groß,

Jetzt bin ich schon älter und lasse los.

Dann später lief nicht alles optimal,

Ich hatte das Gefühl, ich wäre egal,

Doch darum soll es gerade nicht gehen,

Ich will das Schöne mit euch sehen.

Ich bin dankbar, dass ihr nur das Beste für mich wollt

Und weil ihr das mal hören sollt,

Bin ich dankbar für die Sicherheit,

Dass ihr an meiner Seite bleibt.

Ich bin dankbar für euer Vertrauen,

Für euer Lachen, euer Staunen,

Über all die vielen Sachen,

Die ihr mir möglich macht zu 

machen.

Und so lohnt es sich glaub ich, die Barrieren zu überwinden

Und daran zu arbeiten, dass die Grenzen verschwinden

Und damit leben zu lernen, was 

hinter uns liegt

Und darauf hinzuarbeiten, dass es weitergeht.

Es geht nicht um Schuld,

Sondern ums Happy End.

Ich glaube, dass man mit Geduld

Das ganze Ding hier stemmt.

Und wir haben das Ding gestemmt,

Das Ding was man Beziehung nennt.

Der Kontakt zu euch ist schön,

Ich freu mich meistens euch zu sehen.

Ich ruf euch sogar manchmal an

Weil ich das wieder genießen kann.

Und ihr seid jetzt für mich da,

Never mind, was damals war.

Zwar fällt es euch noch schwer Verantwortung zu übernehmen.

Doch auch ihr seid gewachsen an den Extremen

Extrem ehrlich

Extrem verbunden

Schuld und Pflicht entzerren sich.

Zueinander gefunden.

Danke!!

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